Veranstaltungen und Aktivitäten

Juni 2022

The Guardian berichtet über das Yazidi Justice Committee

Mit der öffentlichen Bekanntgabe des Yazidi Justice Committee erschien auch ein Artikel hierzu in The Guardian. Er ist hier in englischer Sprache zu lesen. Patrick Wintour titelt darin „UK lawyers gather evidence for action against countries over Yazidi genocide – Yazidi Justice Committee has been working privately for more than two years to show states failed to protect minority group“ (Britische Anwält:innen sammeln Beweise für Klagen gegen Länder wegen des Völkermords an den Ezid:innen – Das Yazidi Justice Committee arbeitet seit mehr als zwei Jahren privat, um zu zeigen, dass die Staaten versagt haben, die Minderheitengruppe zu schützen).

Am 6. Juli 2022 wird YJC die Ergebnisse und Schlussfolgerungen seiner zweijährigen Untersuchung in einem Bericht mit dem Titel „State Responsibility and the Genocide of the Yazidis“ veröffentlichen. Der Bericht wird im Rahmen einer Nebenveranstaltung zur Internationalen Ministerkonferenz über Religions- und Glaubensfreiheit veröffentlicht, die vom britischen Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministerium vom 5. bis 6. Juli in London ausgerichtet wird. Für die Teilnahme über Zoom finden Sie die Registrierung hier.

Juni 2022

Yazidi Justice Committee veröffentlicht

Nach zwei Jahren harter Arbeit ist das Yazidi Justice Committee (YJC) an die Öffentlichkeit getreten. Mit einer Homepage und via Twitter stellt es nun seine Ergebnisse vor:

Das Forschungskomitee des YJC hat akribisch untersucht, ob es sich bei den Verbrechen, die vor allem von „ISIS“ an den Ezid:innen begangen wurden, um Völkermord handeln könnte, und wenn ja, ob bestimmte Staaten dafür verantwortlich sind oder waren, dass sie ihren Verpflichtungen aus der Völkermordkonvention, dieses Verbrechen zu verbieten, zu verhindern und zu verfolgen, nicht nachgekommen sind.

Am 6. Juli 2022 wird YJC die Ergebnisse und Schlussfolgerungen seiner zweijährigen Untersuchung in einem Bericht mit dem Titel „State Responsibility and the Genocide of the Yazidis“ veröffentlichen. Der Bericht wird im Rahmen einer Nebenveranstaltung zur Internationalen Ministerkonferenz über Religions- und Glaubensfreiheit veröffentlicht, die vom britischen Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministerium vom 5. bis 6. Juli in London ausgerichtet wird. Für die Teilnahme über Zoom finden Sie die Registrierung hier.

Das Yazidi Justice Committee (YJC) wurde Anfang 2020 als Ad-hoc-Gremium der folgenden Organisationen gegründet: Accountability Unit, Women for Justice, International Bar Association’s Human Rights Institute (IBAHRI), Bar Human Rights Committee of England and Wales und der Geoffrey Nice Foundation.

Seit März 2020 untersucht YJC den Vorwurf des Völkermords an den Ezid:innen, der seit Anfang 2013 von der bewaffneten Gruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ („ISIS“) in der Arabischen Republik Syrien und der Republik Irak begangen wurde.

Das Hauptziel von YJC war es, festzustellen, ob die mutmaßlichen Verstöße gegen das Völkerrecht im Zusammenhang mit Völkermord vor ein Gericht gebracht werden können, damit die Staaten, die für die Begehung oder das Versäumnis, den möglichen Völkermord an den Ezid:innen zu verhindern, rechtlich verantwortlich sein könnten, zusätzlich zu den Einzeltätern zur Rechenschaft gezogen werden.

In Erfüllung seines Ziels hat YJC Beweise dafür ausgewertet, ob Staaten ihren Verpflichtungen aus der Konvention von 1948 über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (Völkermordkonvention) in Bezug auf den angeblichen Völkermord an den Ezid:innen im Irak und in Syrien nicht nachgekommen sind. Diese Beweise beziehen sich auf eine Reihe von Vertragsstaaten der Völkermordkonvention, die keine „Vorbehalte“ zur Konvention aufrechterhalten.

YJC ist der Ansicht, dass die Völkermordkonvention nur dann überhaupt eine Bedeutung hat, wenn die Staaten für die Nichteinhaltung ihrer Verpflichtungen rechtlich zur Rechenschaft gezogen werden, um die Verpflichtungen zur Verhinderung und Bestrafung von Völkermord gemäß Artikel I der Völkermordkonvention durchzusetzen.

Die Beweise und die Schlussfolgerungen von YJC wurden in einem umfassenden Untersuchungsbericht zusammengestellt, der durch eine zugehörige elektronische Datenbank unterstützt wird.

März-Juni 2022

Beobachtung des Strafverfahrens vor dem Oberlandesgericht Celle gegen Romiena S.

Gemeinsam von unserem Kooperationsprojekt „Ferman heißt Völkermord“ beobachteten wir den Strafprozess am OLG Celle gegen Romiena S., die sich dem sog. Islamischen Staat in Syrien angeschlossen und u.a. wegen Beihilfe zu dem Völkerrechtsverbrechen Sklaverei angeklagt war. In dem drei Monate anhaltenden Prozess wurde am 01. Juni das Urteil verkündet. Romiena S. wurde in allen aufrechterhaltenen Anklagepunkte für schuldig befunden und zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt.

Mai 2022

Merchandise von Women for Justice

Im Mai konnten wir dank der Förderung der Frauenstiftung filia Lesezeichen, Blöcke, Kugelschreiber, Stoffbeutel und Magnete drucken lassen. Das Material kann ebenso wie unsere Broschüren per Email bei uns bestellt werden.

April 2022

Veranstaltung in Hamburg

Im April fand in Hamburg eine Veranstaltung der Interkulturellen Denkfabrik e. V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg Stiftung HH im Rahmen des Projektes „Leben und Entwicklungen in der Türkei 2022“ statt. Für Women for Justice e. V. referierte Dr. Leyla Ferman dort zum Thema Erinnern und Erinnerungskultur bei den Ezid:innen.

April 2022

Runder Tisch in UK: Türkische Luftangriffe auf Ezid:innen im Irak und in Syrien

Türkische Luftangriffe auf Ezid:innen im Irak und in Syrien: Gerechtigkeit für die Ezid:innen weiterhin auf der Tagesordnung

20. April 2022, 14:45 Uhr in Deutschland

Unterhaus, London, SW1A 0AA

Live-Stream (Zoom): Registrierung

Seit August 2016 haben die türkischen Streitkräfte gemeinsam mit vom türkischen Staat unterstützten nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen militärische Operationen und Luftangriffe in und gegen Nordsyrien und Nordirak durchgeführt. Es gibt hinreichende Gründe für die Annahme, dass der Staat Türkei im Rahmen dieser Militäroperationen wahllose Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Objekte im Nordirak verübt hat, unter anderem auf das von den Vereinten Nationen unterstützte Flüchtlingslager Maxmur am 14. Juni 2020, 5. Juni 2021, 3. September 2021 und 2. Februar 2022 sowie auf die Sikeniye Medical Clinic am 17. August 2021. Es besteht die reale und ernste Sorge, dass diese tödlichen Angriffe gegen Zivilist:innen und zivile Objekte, die weiter andauern, schwere Verstöße gegen das Völkerrecht und nicht zuletzt gegen das humanitäre Völkerrecht darstellen und das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit von Folter und das Recht auf einen wirksamen Rechtsbehelf willkürlich verletzen, was gegen die internationalen Menschenrechtsvorschriften verstößt.

Das Referat für Rechenschaftspflicht hat mit Unterstützung der City University London eine Mitteilung an die zuständigen UN-Sonderberichterstatter zu diesem Thema sowie an die Kommissare der einschlägigen regionalen Organisationen geschickt.

Dieser wichtige und zeitgemäße Runde Tisch, der von der parteiübergreifenden parlamentarischen Gruppe (APPG) zu den Ezid:innen veranstaltet wird, wird von Brendan O’Hara, MdEP, geleitet, mit Beiträgen von Dr. Ewelina Ochab, Aarif Abraham, Dr. Tatyana Eatwell, Dr. Aldo Zammit Borda und unserer Repräsentantin Dr. Leyla Ferman.
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April 2022

Virtuelle Führung durch den neuen Kindergarten Serdeşt

Unsere Partnerin vor Ort von der Ezidi Woman Support League gibt eine Führung durch den Neubau des Kindergartens in Serdeşt.
Seit über einem Jahr wurde an seiner Fertigstellung gearbeitet. Das Projekt ist als Kooperation zwischen der Ezidi Woman Support League vor Ort, Aktion Hoffnungsschimmer e. V., Aktion der kleine Prinz e. V. und Women for Justice e. V. realisiert.

Das große Gebäude bietet Platz für mindestens 50 Kinder. Zukünftig sollen sie hier, mitten im wunderschönen Gebirge von Shingal, gemeinsam Zeit verbringen können. Der Kindergarten umfasst Gruppenräume, einen großen Saal, ein Depot und ist mit modernen Sanitäranlagen ausgestattet. Neben gemeinsamem Singen und Kunst- und Kulturprojekten sollen auch die arabische und die kurdische Sprache vermittelt werden.

Der Betrieb des Kindergartens soll zukünftig zunächst mittels Spenden gewährleistet werden. Über Ihre Unterstützung freuen wir uns sehr!

Musik im Video von allesgemafrei

März 2022

Broschüre erschienen, Dokumentations- und Sozialprojekt in Brandenburg

Im vergangenen Jahr besuchten Mitglieder von Women for Justice e. V. mehrere Male eine Gruppe ezidischer Überlebender in Brandenburg. Neben sozialem Austausch wurden auch Interviews geführt, die nun in einer Broschüre erschienen sind.

Wir haben in der deutschsprachigen Broschüre allgemeine Informationen zu Stadt, Land und Menschen in Shingal zusammengestellt. Sie enthält auch mehrere Kapitel zum ezidischen Glauben, religiös bedingten Lebensweisen und Riten sowie zu den aktuellen Lebensumständen in der Region. Nach einleitenden Darstellung des Genozid-Feminizids seit 2014, sind unter der Überschrift „Gefangen vom „IS“: Überlebende berichten“ vier Interviews abgedruckt.

Bei Interesse kann die Broschüre gerne per Email an info.womenforjustice@gmail.com bei uns bestellt werden. Der Druck wurde gefördert durch den Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V.

Februar 2022

Postkarte: Ein Baum als Geschenk zur Geburt/Taufe

Ein Baum als Geschenk zur Geburt/Taufe: Mit dem Baum als Ursymbol für die Unvergänglichkeit der Natur und des Lebens selbst wird eine Verbindung zur Natur und den ewigen Kräften des Lebens entwickelt. Diese Elemente sind ebenso wie die menschliche Liebe weltumspannend. Daher haben wir deutschsprachige Postkarten entworfen, mit denen ein Baum in Shingal zur Taufe oder zur Geburt eines Kindes gewidmet werden kann.

1 Baum 4 Shingal = 20€ + 2,20€ Postkarte & Versand
Verwendungszweck: 1tree4Sinjar + Name des Kindes
IBAN: DE71 2505 0180 0910 4550 82
BIC: SPKHDE2HXXX

Schicken Sie uns eine Email mit Ihrer Adresse an info.womenforjustice@gmail.com und wir senden Ihnen die Karte, auf der auch Platz für Ihren persönlichen Gruß ist, postalisch zu.

Februar 2022

Tempel in und um Batman

Im Rahmen unserer Dokumentationsprojekte führen wir auch Recherchen und Interviews bezüglich zerstörter aber auch intakter Heiliger Stätten und Dörfer außerhalb Shingals durch, beispielsweise in der Region Batman (türkisches Staatsterritorium). Hierzu wird 2022 neben Interviews in Deutschland und in Batman auch eine Foto-Dokumentation erstellt, die gemeinsam in einem Kalender sowie einem Bildband erscheinen werden.

Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Hesen und Rinde Düman Stiftung umgesetzt. Ab Februar 2022 haben wir angefangen, die Interviews zu führen. Erfragt werden Erinnerungen und Geschichten bezüglich der Heiligen Stätten sowie auch zu religiösen Lebensweisen und Riten.

Februar 2022

Weiterer Schritt der Digitalisierung geschafft

Ein weiterer Schritt der Digitalisierung unserer Wander-Ausstellung „ÜBERLeben“ ist geschafft: alle Interviews wurden als Audio-Aufnahmen von einer Vielzahl verschiedener Frauen eingesprochen. Auch die Nachbearbeitung und der Schnitt der Aufnahmen, konnte nun fertig gestellt werden.

Im nächsten Schritt findet nun in Kooperation mit ezidischen Folklore-Lehrer:innen die Auswahl angemessener musikalischer Begleitung statt. Hierzu ist ein Projekt  unter dem Titel „Kultur verbindet – musikalische Geschichten“ geplant, in dem Teilnehmer:innen die Möglichkeit haben, sich auf künstlerisch-kulturelle Weise mit dem Genozid-Feminizid auseinanderzusetzen und ihren Gefühlen hierin Ausdruck zu verleihen.

Januar 2022

Sport, Selbstverteidigung, Entspannung in Shingal Stadt

In Kooperation mit der Ezidi Woman Support League haben wir ein Projektkonzept für Sport, Selbstverteidigung und Entspannung für Frauen in Shingal Stadt entwickelt, welches durch die Finanzierung von Roter Keil e. V. im Januar beginnen konnte.

In zwei Kursen steigern Frauen ihre körperliche Fitness, erlernen Selbstverteidigungsstrategien und eignen sich Entspannungstechniken an.
Die Teilnehmerinnen sind Frauen, die durch den Krieg, den Genozid und die Gefangenschaft durch den „IS“ traumatisiert wurden. Zusätzlich zu einer Sport- und Selbstverteidigungstrainerin begleitet eine Traumatherapeuthin beziehungsweise eine traumageschulte Sozialarbeiterin die Kurse, steht den Frauen für Einzelgespräche zur Verfügung und leitet eine Gesprächsrunde jeweils zum Anfang und Ende der Kurse.
Diese Aktivitäten stärken die Frauen sowohl physisch als auch psychisch und vermitteln die Fähigkei, bedrohliche Situationen realistisch einzuschätzen. Das Selbstverteidigungsprogramm zielt darauf ab, ihr Selbstvertrauen zu stärken und Übungen zu vermitteln, um sich in Notsituationen verteidigen zu können.
Ein solches Programm kann zur Stärkung des Selbstbewusstseins und des Körperbewusstseins der Frauen beitragen.
Während der Aktivitäten begegnen sie anderen Frauen mit ähnlichen Erfahrungen und fühlen hierdurch, auch als Gruppe stark zu sein.
Bewegung hilft bekanntlich gegen Depressionen und mit den Entspannungstechniken, die in diesen Kursen ebenfalls vermittelt werden. Psychisch belastende Situationen und Panikattacken können zukünftig besser bewältigt werden.

Januar 2022

Bau des Kindergartens in Serdeşt abgeschlossen

Nach Monaten der Bauphase, ist das Gebäude für den neuen Kindergarten in Serdeşt nun fertig gestellt. Hier sind erste Bilder auch aus dem Inneren des Baus. Neben Sanitäranlagen und großen Sälen, gibt es auch kleinere Räume für die Arbeit mit Kindern in kleineren Gruppen.

Wir sind sehr stolz auf das Geschaffte und gratulieren unseren Partnerinnen der Ezidi Woman Support League von tiefem Herzen zu diesem großartigen Erfolg! Durch Spenden und Förderungen soll der Betrieb und Unterhalt des Kindergartens in den ersten Jahren gesichert werden. Wir freuen uns auf die weiteren Schritte und auf die ersten Bilder, auf denen wir Kinder spielen sehen können. Im Rahmen der Kampagne „1 Baum 4 Shingal“ ist ebenfalls die Begrünung des Außengeländes geplant, sodass es einen direkten Zugang zur Natur geben wird.

In Kürze werden wir auch einen kurzen Clip veröffentlichen, der wie eine digitale Führung durch das Kindergarten-Gebäude führt.

Ständige Aktivität

Treffen mit überlebenden Frauen

Wir verstehen Begegnungen mit weiblichen Überlebenden als Grundlage all unserer Arbeit. Wir haben weibliche Überlebende aus Shingal sowohl als Einzelpersonen als auch in Gruppen getroffen. Neben der sozialen Betreuung und Rechtsberatung versuchen wir, Methoden zu finden, die es den Überlebenden ermöglichen, ihre eigenen Entscheidungen im Leben hier in Deutschland zu treffen.